FTP (File Transfer Protocol) ist eines der ältesten und bekanntesten Protokolle zum Übertragen von Dateien über ein Netzwerk. Es wird verwendet, um Dateien zwischen einem Client (z. B. einem PC) und einem Server auszutauschen. FTP spielt vor allem in Web‑Hosting‑Umgebungen, bei Serveradministration und beim Austausch großer Dateien eine Rolle.
Grundprinzip von FTP
FTP arbeitet nach einem klassischen Client‑Server‑Modell:
- Ein FTP‑Client stellt die Verbindung her
- Ein FTP‑Server stellt Dateien bereit oder nimmt sie entgegen
- Die Übertragung erfolgt über zwei Kanäle:
- Kontrollkanal (Port 21): Befehle und Steuerinformationen
- Datenkanal (Port 20 oder dynamisch): eigentliche Dateiübertragung
Betriebsmodi
Aktiver Modus (Active Mode)
Der Server baut die Datenverbindung zum Client auf.
Problematisch bei Firewalls, da eingehende Verbindungen blockiert werden können.
Passiver Modus (Passive Mode)
Der Client baut beide Verbindungen auf.
Wird heute fast überall genutzt, da firewall‑freundlicher.
Varianten von FTP
FTP (klassisch)
- Keine Verschlüsselung
- Daten und Passwörter werden im Klartext übertragen
- Heute aus Sicherheitsgründen kaum noch empfohlen
FTPS (FTP Secure)
- FTP mit TLS‑Verschlüsselung
- Sicherer, aber komplexer in der Konfiguration
SFTP (SSH File Transfer Protocol)
- Trotz des Namens kein FTP, sondern basiert auf SSH
- Sehr sicher, weit verbreitet
- Standard in modernen Serverumgebungen
Typische Einsatzbereiche
- Upload von Dateien auf Webserver
- Verwaltung von Website‑Inhalten
- Austausch großer Dateien zwischen Systemen
- Automatisierte Backups
- Zugriff auf Serververzeichnisse in Unternehmen
Vorteile von FTP
- Einfaches, etabliertes Protokoll
- Unterstützt große Dateien
- Viele Clients verfügbar
- Automatisierbar (Skripte, Cronjobs)
Nachteile
- Klassisches FTP ist unsicher
- Firewall‑Konfiguration kann komplex sein
- Nicht ideal für moderne Cloud‑Workflows
- Weniger komfortabel als Web‑ oder Cloud‑Sharing‑Dienste
Bekannte FTP‑Clients
- FileZilla
- WinSCP
- Cyberduck
- lftp (Linux)